Erinnerungsreise
Schreiben als Erinnerungsarbeit
Die Monate haben es eilig.
Die Jahre haben es noch eiliger.
Und die Jahrzehnte haben es am eiligsten.
Nur die Erinnerungen haben
Geduld mit uns.
Erich Kästner
Schreiben als Erinnerungsarbeit – das können alle, die Lust am Schreiben haben. Dabei geht es nicht um die Produktion von grosser Literatur. Es geht um eine offene Begegnung mit sich selbst, im Vertrauen auf die Tragkraft der Sprache. Und es geht letztlich darum, das gelebte Leben als wirklich eigenes Leben wahrzunehmen, vielleicht gar einen roten Faden in der eigenen Textspur zu finden. Und daraus Kraft für die Zukunft zu schöpfen.
Sich erinnern heisst Leben erzählen, in Wörtern, in Sätzen, in Geschichten. Heisst dem eigenen Leben eine Sprache geben. Dabei lassen sich alte und neue Muster im eigenen Lebensweg entdecken, bekommt Sprachloses eine Stimme, findet das Gelingen einen frohen Ton und das Scheitern vielleicht einen versöhnlichen Punkt. So legen wir eine eigene Textspur in unser Leben. Verschiedenen Animationshilfen unterstützen uns auf diesen Erkundungen im Schatzkasten der eigenen Biografie.
Die Sprache ist dabei wichtiges Hilfsmittel. Sie ist selbst Teil der Erinnerung und gleichzeitig kreativer Stoff für neue Texte. Sie ist ein kraftvolles Instrument, auf dem sich in vielen Variationen spielen lässt. Jubelnd und trauernd, mit Witz und Humor, sachlich und doch persönlich, und nicht ohne Poesie.
Leben meint immer Gegenwart, durchwirkt von Vergangenheit, gezogen von der Zukunft.
Schreiben als Erinnerungsarbeit-ein Angebot für Männer und Frauen, die Lust haben, auf ein Teilstück oder auf ihr ganzes Leben zurückzuschauen und dabei kleine und – vielleicht - auch Anfänge von grösseren Texten zu schreiben.
Lisbeth Herger, Februar 2012
